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04 / 12 · Titelthema · Interview

Ich wollte etwas machen, das man sieht

Azubi Jule Kramer und Ausbilder Tobias Brandes im Gespräch: über Berufswahl, feste Paten im Team und das, was sich bei Netzanmeldung und Berufsschule ändern muss.

Zwei Sichtweisen

Die Azubi und der Ausbilder

Jule Kramer (19) ist Azubi im 2. Lehrjahr und hat nach dem Abi erst Maschinenbau studiert. Tobias Brandes (44) bildet in Wiesenau aus – er ist Elektrotechnikermeister und Ausbilder. Beide erzählen, wie aus einem Praktikum ein Beruf wird.

Junge Frau mit geflochtenem Zopf hält sich einen Schutzhelm an den Kopf und blickt direkt in die Kamera

Jule Kramer

Azubi

Alter

19 Jahre

Ausbildung

Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik, 2. Lehrjahr

Lieblingsauftrag

PV-Anlage mit Speicher auf einem Kindergarten, 48 kWp

Mann mit grauen Haaren in blauem Arbeitshemd steht mit verschränkten Armen lächelnd vor hellem Hintergrund

Tobias Brandes

Ausbilder

Alter

44 Jahre

Qualifikation

Elektrotechnikermeister, Ausbilder

Betrieb

Brandes Energietechnik, Wiesenau – 35 Mitarbeitende, 7 Azubis

Das Gespräch

Frau Kramer, Sie haben nach dem Abi zuerst Maschinenbau studiert. Was hat den Ausschlag für den Wechsel gegeben?

Jule Kramer: Nach zwei Semestern habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt: Ich wollte am Ende des Tages sehen, was ich geschafft habe. Also habe ich gewechselt – und die Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik angefangen.

Wie sind Sie zu Ihrem Ausbildungsbetrieb gekommen?

Jule Kramer: Über ein Praktikum. Ich habe es in der Praktikumsbörse der Kampagne „Mach Plus“ gefunden. Nach ein paar Tagen auf der Baustelle war die Sache für mich klar.

Gab es bisher einen Auftrag, an den Sie sich besonders gern erinnern?

Jule Kramer: Ja, eine Photovoltaikanlage mit Speicher auf einem Kindergarten, 48 Kilowatt-Peak. Da arbeitet man auf etwas hin, das später jeden Tag Strom liefert.

Herr Brandes, wie sieht die Ausbildung in Ihrem Betrieb aus?

Tobias Brandes: Jede und jeder Azubi hat bei uns eine feste Patin oder einen festen Paten im Team. Das ist die Person, die man alles fragen darf. Ab dem zweiten Lehrjahr übernehmen unsere Azubis eigene kleine Baustellen – natürlich unter Aufsicht, aber mit echter Verantwortung.

Junge Frau mit geflochtenem Zopf hält sich einen Schutzhelm an den Kopf und blickt direkt in die Kamera

Abends fahre ich an einem Dach vorbei und weiß: Das Licht da drin kommt von uns.

Jule KramerAzubi im 2. Lehrjahr

Weiter im Gespräch

Frau Kramer, Sie sind Azubi-Botschafterin bei „Mach Plus“. Wie kam Ihr Video „Ein Tag auf dem Dach“ an?

Jule Kramer: Besser, als ich gedacht hätte: Es hatte 410.000 Aufrufe. Das zeigt mir, dass das Interesse da ist – man muss den Beruf nur sichtbar machen.

Herr Brandes, was muss sich aus Ihrer Sicht ändern, damit mehr junge Leute im Handwerk ankommen?

Tobias Brandes: Zwei Dinge. Erstens: weniger Papier bei der Netzanmeldung. Wer jungen Leuten den Beruf schmackhaft machen will, kann sie nicht mit Formularen vergraulen. Zweitens: eine Berufsschule mit aktueller Technik. Wer an der Wärmepumpe von gestern lernt, ist auf der Baustelle von morgen nicht vorbereitet.

Und wie geht es bei Ihnen weiter, Frau Kramer?

Jule Kramer: Erst mache ich meine Ausbildung fertig. Danach möchte ich auf die Meisterschule – und irgendwann einen eigenen Betrieb haben.

Auf einen Blick

Zahlen aus dem Gespräch

0 kWp

Kilowatt-Peak: die PV-Anlage mit Speicher auf dem Kindergarten

0

Aufrufe für das Video „Ein Tag auf dem Dach“

0

Azubis bei Brandes Energietechnik, jede und jeder mit festem Paten

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